The Gentlemen (2019)

29. Juli 2020 at 18:21

 

 

© STXfilms/Miramax/Quelle: IMDb

 

 

 

There’s only one rule in the jungle: when the lion’s hungry, he eats!“

 

 

 

Mickey Pearson ist ein einflussreicher und mächtiger Drogenboss und Marihuana ist sein Geschäft. Doch für ihn ist der Zeitpunkt gekommen auszusteigen, also will er sein Imperium an einen amerikanischen Gangster verkaufen und sich zur Ruhe setzen. Seine Pläne jedoch setzen eine Verkettung unerwarteter Ereignisse in Gang, an deren Ende Erpressung, Raub und Mord unter Kleinganoven, russischen Oligarchen und triadischen Gangstern stehen.

 

Back to the roots. Mit The Gentlemen wendet sich Regisseur Guy Ritchie abermals seiner Prä-Madonna-Phase zu, in der er mit den beiden wuchtigen Werken Lock, Stock and Two Smoking Barrels (1998) und Snatch (2000) dem britischen Gangsterfilm frisches Blut verabreichte. Und seine Rückkehr in vertraute Gefilde ist zweifellos geglückt. Zwar lässt The Gentlemen ein wenig das Tempo, die Frische und die Überraschungsmomente jener Zeit vermissen, ist im Gegenzug dafür aber auch eleganter in Szene gesetzt und wirkt stilsicherer und selbstbewusster. Zudem hält sich Ritchie mit seiner sonst stark ausgeprägten inszenatorischen Verspieltheit angenehm zurück und verzichtet auf diverse seiner visuellen Mätzchen. Gerade zu Beginn jedoch macht sich der Film mit seiner etwas schleppenden Erzählweise und seiner Fülle an Figuren und Informationen selbst das Leben etwas schwer.

 

Ist das Set Up allerdings erst einmal etabliert, dann wird The Gentlemen deutlich schwungvoller und macht vor allem stellenweise richtig Spaß. Pointierte Dialoge, lässig eingestreuter schwarzer Humor, ein toller Soundtrack (The Jam, Can, Roxy Music, Cymande) und ein fabelhaft aufgelegter Cast veredeln all das. Besonders Hugh Grant als herrlich schmieriger, geschwätziger, erpresserischer Privatschnüffler Fletcher und Charlie Hunnam als rechte Hand von Michael Pearson stechen aus dem tollen Ensemble rund um solch illustre Namen wie Matthew McConaughey, Colin Farrell oder Eddie Marsan heraus. Nicht weniger eindrucksvoll sind die zwar selteneren, aber dafür umso erinnerungswürdigeren Auftritte von Michelle Dockery als Pearsons Frau Rosalind, die ihre Szenen mühelos an sich reißen kann. Letztlich erreicht The Gentlemen nicht ganz die Klasse und Größe von Guy Ritchies ersten beiden Filmen, macht aber dennoch verdammt viel Spaß.

 

7 von 10 Mal genau den falschen Mann erpressen

 

 

The Lobster

31. Dezember 2016 at 17:49

 

 

© Picture House Entertainment/A42

 

 

 

„We dance alone. That’s why we only play electronic music.“

 

 

 

David wird von seiner Frau für einen anderen Mann verlassen. Das Problem hierbei: er lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der Singles nicht toleriert werden. Wird ein Mensch verlassen oder stirbt sein Partner, dann muss dieser sich in ein Hotel voller anderer Verlassener begeben. Dort hat der Betreffende dann 45 Tage Zeit, einen neuen Partner zu finden, doch gelingt ihm dies nicht, dann wird er in ein Tier seiner Wahl verwandelt und in der Wildnis ausgesetzt…

 

So geht es zu in der dystopischen Welt, die der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos für rund zwei Stunden Dauer mit seinem ersten englischsprachigen Film auf der Leinwand entwirft: wer keinen Partner hat, wird dazu gezwungen, sich einen zu suchen. Alleinstehende werden nicht geduldet, ausgegrenzt, interniert. Seine Vision der modernen Gesellschaft ist völlig auf Paarstrukturen ausgelegt, der Hauptaugenmerk bei der Partnersuche liegt auf rein oberflächlichen Merkmalen und das einzelne und somit vielleicht freiere Individuum bekommt dort keinen Raum mehr zur Entfaltung. Gefühle spielen, wenn überhaupt, nur noch eine maximal untergeordnete Rolle und auch die Kommunikation untereinander ist lediglich auf reine Zweckmäßigkeit ausgelegt. Seine Herangehensweise ist dabei die gleiche wie noch bei seinem Film Dogtooth (2009), wenn er sich einem gesellschaftskritischen Thema annimmt und dieses in einem überspitzten Mikrokosmos wie unter einem Vergrößerungsglas weiterspinnt, dreht und wendet. Angetrieben von den Erzählungen einer Stimme aus dem Off, durch die der Film beinahe schon den Charakter einer Literaturverfilmung bekommt, zieht uns Lanthimos immer tiefer und tiefer in seine skurrile, befremdliche wie gleichsam vertraute und seltsam kühle Welt, erklärt Regeln und Mechanismen und erlegt sie seinen Figuren auf, ohne das diese jemals ernsthaft hinterfragt werden, und seien sie noch so bizarr. Und das wirklich absurde bei all diesen Abstrusitäten ist: beschließt David erst einmal kurz vor Ablauf seiner Frist zu fliehen, trifft er schließlich im Wald auf eine Gruppe von aussätzigen Singles, die sogenannten Loner, die auch von den Bewohnern des Hotels mit Betäubungsgewehren gejagt werden. Jeder Abschuss bedeutet einen zusätzlichen Tag im Hotel.  Die Loner jedoch haben ihre ganz eigenen, nicht weniger drastischen Regeln, das Individuum und seine Entfaltung stehen hier über allem, jeder für sich. Flirten, Küssen, sich verlieben oder gar Sex sind verboten und stehen unter drastischen Strafen. Hier trifft David auch auf eine Frau, verkörpert von der wundervollen Rachel Weisz, in die er sich ironischerweise letztlich verliebt und erneut die Flucht planen muss. Der vermeintliche Ausweg entpuppt sich als kaum weniger schrecklicher Albtraum. Natürlich zeigt uns Lanthimos mit The Lobster letztlich eine Allegorie auf bestimmte Teile der modernen Gesellschaft und nutzt seinen absonderlichen Plot für eine vielschichtige Reflexion über das heutige Paarverhalten und die Liebe in unseren schnelllebigen Zeiten. Über Online-Dating, Tinder, Lovoo und Konsorten, eine Welt voller Matches, voller Oberflächlichkeiten, voller Angst vor dem Alleinsein. Lanthimos führt uns vor, wie wenig wir mit uns selbst zu Recht kommen, wie schwer es heutzutage fällt, sich als (glücklicher) Single aufrichtig definieren zu können. Partnerschaft um jeden Preis, koste es was es wolle, und seien es die individuellen Freiheiten, nur um nicht allein sein zu müssen. The Lobster ist vor allem ein Film über das Arrangieren mit Umständen, die nicht zu einem gehören, über das gefallen wollen, anstatt gemocht zu werden, über das Abstreifen grundlegender Elemente der eigenen Persönlichkeit, eingetauscht gegen bequeme wie hohle, allenfalls oberflächliche Charakteristika. So humorvoll wie zynisch macht Lanthimos seinem Zuschauer die Korrelation zwischen Selbstdarstellung und Außenwahrnehmung geradezu überdeutlich, treibt sie auf die Spitze, bleibt aber dennoch am Kern ohne es ins Lächerliche zu ziehen oder sich darüber abfällig lustig zu machen.

 

The Lobster ist auch irgendwie exemplarisch für das vergangene Kinojahr 2016: es gab sie durchaus, die Perlen der Filmlandschaft, aber man musste sich schon die Mühe machen, diese auch zu entdecken. Yorgos Lanthimos hat mit seinem jüngsten Werk eine herrlich absurde wie zutiefst wahre Parabel auf die Liebe im modernen Zeitalter abgeliefert, die mich nachhaltig beeindruckt hat, die lange in meinen Gedanken Nachklang fand und die zweifellos noch lange von Bestand bleiben wird. The Lobster ist klug, düster, skurril, wunderschön, dramatisch, grausam, witzig, verrückt, schmerzhaft und zutiefst ehrlich und ließ mich ziemlich sprachlos zurück. Eine unbedingte Empfehlung!

 

9 von 10 Tieren im Wald

 

 

 

 

True Detective – Staffel 2

21. März 2016 at 17:39

 

 

© HBO

 

 

 

„We get the world we deserve.“

 

 

 

Als Ben Caspere, der City Manager der fiktiven kalifornischen Kleinstadt Vinci, ermordet aufgefunden wird, werden gleich drei verschiedene Dienststellen mit dem Fall betraut. Detective Ray Velcoro von der Polizei Vinci, Detective Ani Bezzerides aus Ventura County und Paul Woodraugh von der California Highway Patrol müssen nun gemeinsam ermitteln. Zudem hat auch noch der Gangster Frank Semyon großes Interesse an dem Mord, denn ihn verbindet mit Caspere ein großer Immobiliendeal, der Semyon viel Geld gebracht und den Weg in die Legalität geebnet hätte, nun aber zu platzen droht und ihn ruinieren könnte. Je weiter die drei Polizisten und mit seinen Mitteln auch Semyon in diesem Fall vordringen, so größer scheint sich ein komplexes Gewirr aus Politik, Korruption, Gier und Mord nach und nach auszubreiten. Schnell kommt die Frage auf, ob überhaupt jemand ernsthaft Interesse daran hat, den Mord aufzuklären…

 

Wagen wir doch einmal einen Ausflug in die Welt der Serien. Ich bekenne mich dazu, dass ich die hochgelobte und preisgekrönte erste Staffel von True Detective annähernd perfekt finde und diese acht Episoden für mich das beste sind, das seit langer Zeit über den Bildschirm flimmerte. Inhaltlich hin und wieder vielleicht mit der einen oder anderen Länge versehen, stilistisch aber zweifellos überragend und Maßstäbe setzend, wie gute und intelligente TV-Unterhaltung aussehen kann. Dazu noch zwei schauspielerische Hochkaräter als Darsteller, eine morbid-düstere, drückende Atmosphäre mit frischem Südstaatenszenario, das Drehbuch von Nic Pizzolatto, ein exzellenter Soundtrack und das (rückblickend ohne jeden Zweifel geniale) Wagnis, alle acht Episoden mit Cary Fukunaga durchgängig von nur einem Regisseur inszenieren zu lassen, und schon war die Fernsehlandschaft um eine wahre Perle reicher. Nun also haben wir Staffel 2 im Handel, ich konnte es mir natürlich nehmen lassen, sie mir anzusehen und möchte nun ein klein wenig Bilanz ziehen.

 

Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass True Detective von Anfang an als Anthologie gedacht war und jede Staffel in sich abgeschlossen sein und für sich selbst stehen würde. Insofern ist es im Grunde nicht gerecht, beide Staffeln direkt miteinander zu vergleichen, aber ich bin da ehrlich und gebe zu, dass das nur schwer bis gar nicht möglich ist, auch wenn wirklich nichts außer dem Drehbuchautor  beide miteinander verbindet. Regie, Schauspieler, Setting, Story, alles ist anders, alles ist neu. Trotzdem will ich versuchen, Staffel 2 so neutral wie möglich und losgelöst von ihrer Vorgängerin zu betrachten, auch wenn mir das vermutlich nicht immer ganz gelingen wird und der geradezu monolithische Schatten der ersten Staffel kaum zu leugnen ist. Alles neu also, alles auf Anfang, alles auf Null. Die offensichtlich größten Neuerungen betreffen Cast und Setting. Nach Detective Rust Cohle und Detective Marty Hart, den beiden Hauptfiguren der ersten Staffel, wurde der Cast nun auf vier handlungsrelevante Figuren aufgestockt. Zudem entführt uns Staffel 2 von dem mythisch-entrückten Setting der Südstaaten hinein in den schmutzigen, urbanen Realismus des Molochs L.A. und dessen fiktiver Anliegerstadt Vinci. Bedingt durch die zahlenmäßige Vergrößerung der Protagonisten wird zwangsläufig auch die Story deutlich komplexer. Da wird es auch schon einmal recht schnell in den ersten ein oder zwei Episoden zu einem Problem, dass dem geneigten Zuschauer in der Etablierung des Szenarios sehr viele Informationen auf einmal auf sehr engem Raum präsentiert werden und gerne mal die Übersicht verloren geht. Namen, Orte, Beziehungen, Ereignisse, gerade zu Beginn ist der Plot doch sehr verdichtet und kompakt und die erzählerische Balance stimmt noch nicht so ganz, was sich jedoch im weiteren Verlauf der Handlung ein wenig relativiert. Auch fällt auf, dass sich die Figuren charakterlich sehr gleichen, alles sind ähnlich traumatisiert, haben ähnliche tiefe Narben in ihren Seelen und Leichen im Keller. Egal, ob Velcoro, Bezzerides oder Woodraugh, alle haben das eine oder andere finstere Geheimnis, welches sie mit sich herum schleppen müssen und das sie früher oder später einholen wird. Selbst oder gerade Frank Semyon ist da keine Ausnahme, den zudem noch eine alte Geschichte mit Velcoro verbindet.

 

 

 

„Pain is inexhaustible. It´s only people that get exhausted.“

 

 

 

Inszenatorisch ist das alles auf hohem Niveau, da kann man kaum meckern, und obwohl insgesamt sechs Regisseure die acht Episoden unter sich aufteilen, ist eine erzählerische Stringenz klar erkennbar. Zahlreiche Motive und Anklänge an die Welt des (Neo) Noir sind nur allzu offensichtlich und werden mit einem guten Schuss David Lynch-Ästhetik vermischt, was an und für sich gut funktioniert und einen eigenständigen Look kreiert. Allerdings fehlt es mir ein wenig an dieser morbiden Faszination, die das Setting der ersten Staffel noch auf mich ausübte, was aber natürlich rein subjektives Empfinden und meiner grundsätzlichen Vorliebe für die Südstaaten als Szenario geschuldet ist. Das Finale der vierten Episode ist ganz ähnlich dem in Staffel 1 ein wenn auch nicht ganz so eindrucksvoll inszeniertes, aber doch sehr starkes Stück Serie, dessen Qualität die gesamte Staffel nicht immer halten kann. Allerdings gibt es dann erst einmal einen irgendwie eigenartig harten Schnitt und die Ereignisse machen zeitlich einen guten Sprung nach vorne. Schon wieder sieht man sich mit allerhand neuen Informationen konfrontiert und muss erst einmal all das inhaltlich einordnen. Wohin die Reise nun hingehen soll ist zunächst einmal nicht ganz klar, zumal unsere vier Hauptfiguren versetzt, nicht mehr im Dienst oder im Falle von Frank Semyon doch wieder in alte Verhaltensweisen verfallen sind und der eigentlich ursprüngliche Mordfall eine Zeit lang kaum bis gar nicht mehr Thema ist. Das Tempo wird bis kurz vor Schluss ein wenig raus genommen und gerade das Staffelfinale in Form von Folge acht ist mit einer Laufzeit von rund 90 Minuten dann doch zu lang geraten, bietet zuviel unnützes Füllmaterial und schleppt allerhand unnötigen Ballast mit sich herum. Überhaupt ist das eines von in meinen Augen zwei ganz großen Problem der zweiten Staffel von True Detective, dass der Zuschauer beinahe über die gesamte Laufzeit mit Informationen gefüttert wird, bei denen nie wirklich klar ist, ob sie nun relevant und wichtig sind für den weiteren Handlungsverlauf oder eben nicht. Zudem ist die Story an sich einfach ein bisschen zu umständlich konstruiert und um eine oder zwei Ecken zuviel gedacht, wodurch immer wieder der Fokus verloren geht. Nie kann man als Zuschauer sicher sein, ob das aktuelle Geschehen nun von Bedeutung ist oder nicht, aber das Drehbuch nutzt das nicht als bewusst irreführendes Element, es ist einfach zu voll gestopft mit Nebensächlichkeiten, legt permanent Fährten aus, die schnell wieder in Vergessenheit geraten und ist zumindest in dieser Hinsicht oftmals seltsam schwammig inszeniert, so als hätte sich Nic Pizzolatto bis zum Schluss noch alle Optionen offen halten wollen. Ich selbst empfand es als ein wenig frustrierend, wenn ich Folge für Folge am dem Fall mitdenke, versuche, alle Puzzleteile einzusammeln und zusammenzusetzen, um das Gesamtbild zu enthüllen, und am Ende feststellen muss, dass drei Viertel der Puzzleteile wertlos waren und die eigentliche Auflösung verhältnismäßig banal und eher zufällig um die Ecke kommt. Ein in meinen Augen weiteres, recht schwerwiegendes Problem der zweiten Staffel sind die enorm klischeehaft geschriebenen Charaktere. Ich werde da jetzt nicht ins Detail gehen, das müsst ihr schon selbst erledigen, aber allein die Figur des Paul Woodraugh ist buchstäblich ein Klischee auf zwei Beinen in nahezu jeglicher Hinsicht und zudem noch inhaltlich weitestgehend absolut nutzlos. Und auch Velcoro, Bezzerides und Semyon sind mal mehr, mal weniger doch arg klischeebelastet. Von diversen völlig überzeichneten Nebenfiguren mal ganz zu schweigen, das grenzt phasenweise schon auch ans Lächerliche. Auch die Figurenentwicklung an sich empfinde ich nicht immer als gelungen und gänzlich konsequent und die Auflösung aller Ereignisse konnte mich auch nur bedingt befriedigen. Oberflächlich erscheint das Ende als zynisch und stimmig, aber genauer betrachtet war mir der Schluss bei mindestens einer Figur schlichtweg zu dumm und bei einer anderen einfach nicht konsequent genug.

 

Unterm Strich liest sich das jetzt vielleicht wie ein Verriss, aber das soll es nun auch nicht sein. Die zweite Staffel von True Detective bietet solide inszenierte Krimikost, die wohl überwiegend darunter zu leiden hat, dass True Detective drauf steht. Allerdings sollte man vielleicht für eine weitere, dritte Staffel Drehbuchautor Nic Pizzolatto den einen oder anderen Co-Autor an die Seite stellen, der ihn zu Gunsten der erzählerischen Balance ein wenig bremst. Schon in Staffel eins war so manches plump geschrieben, aber dort konnte Cary Fukunaga als Regisseur noch so einiges wieder ausbügeln. Letztlich will der Plot der zweiten Staffel zuviel und bietet zu wenig, verliert sich allzu oft in Nebensächlichkeiten und streut Hinweise, die ebenso schnell wieder in Vergessenheit geraten wie sie urplötzlich auf der Bildfläche erscheinen. Grundsätzlich sind Story, Setting und Figuren durchaus interessant, aber Pizzolatto denkt einfach zu umständlich und konstruiert einen riesigen Überbau, der für den Kern der Handlung unnötig ist. Kurz noch zur besseren Einordnung meiner Gewichtung: die erste Staffel bekommt von mir trotz einiger Längen und Makel dennoch 10 von 10, die zweite ist immer noch gute Unterhaltung, aber auch nicht annähernd in den Sphären ihrer Vorgängerin, denn insgesamt fiel es mir schwerer in die zwar komplexe, aber mitunter auch verworrene Story hinein zukommen und auch diese sogartige Faszination der ersten Staffel wollte sich nicht bei mir einstellen.

 

7 von 10 Lektionen in Kindererziehung