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Zitat des Tages

4. August 2015 at 12:18

 

 

 

„Hope is a good thing, maybe the best of things, and no good thing ever dies.”

 

 

 

 

Meine zehn liebsten Stephen King – Verfilmungen

2. August 2015 at 21:31

 

 

„Monsters are real, and ghosts are real too. They live inside us, and sometimes, they win.”

 

 

 

 

Es ist mal wieder Zeit für eine Liste, die letzte ist ja nun schon eine ganze Weile her. Diesmal sind es meine zehn liebsten Stephen King-Verfilmungen. Da gibt es ja Licht wie Schatten zu bestaunen, aber entgegen der landläufigen Meinung gibt es deutlich mehr wirklich gelungene Adaptionen seiner Werke als man annehmen würde. Sicher, die schlechten bis sehr schlechten sind deutlich in der Überzahl, aber es gibt mindestens ein Dutzend wenn nicht sogar mehr wirklich gute und sogar einige sehr gute, die im Laufe der Jahre zu absoluten Klassikern gereift sind. Überhaupt wird Stephen King ja gern in einem falschen Licht gesehen, vom Feuilleton und den erlesenen (und oft selbsternannten) Literaturzirkeln und – kritikern dieser Welt als zu trivial abgestempelt und gleichzeitig gehasst für seinen Erfolg, sind seine Werke nun wirklich bei weitem nicht alle so oberflächlich wie oftmals angenommen. Legen wir als los mit meinen zehn Lieblingen unter seinen Verfilmungen….

 

 

 

 

10.

The Mist (2007)
The Mist poster Rating: 7.2/10 (197690 votes)
Director: Frank Darabont
Writer: Frank Darabont (screenplay), Stephen King (novel)
Stars: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Laurie Holden, Andre Braugher
Runtime: 126 min
Rated: R
Genre: Horror, Sci-Fi, Thriller
Released: 21 Nov 2007
Plot: A freak storm unleashes a species of blood-thirsty creatures on a small town, where a small band of citizens hole up in a supermarket and fight for their lives.

 

 

Der Regisseur Frank Darabont wird uns in dieser Liste noch das eine oder andere Mal über den Weg laufen. Seine Adaption von Stephen Kings gleichnamiger Kurzgeschichte würde normalerweise nicht unbedingt Erwähnung finden in dieser Liste, die Story um eine größere Gruppe Menschen eingesperrt in einem Supermarkt, eingehüllt in undurchdringlichen Nebel und von Monstern an der Flucht gehindert ist in vielerlei Hinsicht eine eher mäßige Umsetzung. Inszenierung, schauspielerische Darbietung sowie oberflächliche psychologische Entwicklungen in puncto Gruppendynamik und Reaktionen in Extremsituationen sind solide bis routiniert, mehr aber auch nicht. Wäre da nicht dieser grandiose Schluss des Films, so erschreckend wie markerschütternd pessimistisch, ein regelrechter Schlag in die Magengrube, und zweifellos eines der besten und gleichzeitig furchtbarsten Filmenden, die ich kenne. Die Kurzgeschichte endet anders und es war Darabonts Idee, sie letztlich umzugestalten und Stephen King selbst wird nicht müde zu erwähnen, dass er Darabonts Schluss besser findet als seine Version und sich wünschte, ihm wäre dieser Einfall gekommen.

 

 

 

9.

Pet Sematary (1989)
Pet Sematary poster Rating: 6.6/10 (56981 votes)
Director: Mary Lambert
Writer: Stephen King (novel), Stephen King (screenplay)
Stars: Dale Midkiff, Fred Gwynne, Denise Crosby, Brad Greenquist
Runtime: 103 min
Rated: R
Genre: Drama, Horror
Released: 21 Apr 1989
Plot: Behind a young family's home in Maine is a terrible secret that holds the power of life after death. When tragedy strikes, the threat of that power soon becomes undeniable.

 

 

Die Vorstellung, einen geliebten Menschen aus dem Reich der Toten zurückholen zu können, kann ein sehnlicher Wunsch sein. Der alte indianische Friedhof in dieser Kurzgeschichte vermag diesen Wunsch zu erfüllen, doch das, was dann zurückkommt, ist kaum mehr als menschlich zu bezeichnen. Die Regisseurin Mary Lambert spielt hier gekonnt mit unseren ureigenen Wünschen und tiefsten Ängsten und erschafft eine wirklich bedrückende, im klassischen Sinne gruselige Atmosphäre, subtil und verstörend, spannend und an den richtigen Stellen mit Schockmomenten garniert. Auf handwerklicher Ebene gibt es hier kaum etwas auszusetzen, die Geschichte selbst ist ebenso faszinierend und fesselnd wie morbide.

 

 

 

8.

Cujo (1983)
Cujo poster Rating: 6.0/10 (23487 votes)
Director: Lewis Teague
Writer: Stephen King (novel), Don Carlos Dunaway, Lauren Currier
Stars: Dee Wallace, Danny Pintauro, Daniel Hugh Kelly, Christopher Stone
Runtime: 93 min
Rated: R
Genre: Horror, Thriller
Released: 12 Aug 1983
Plot: A friendly St. Bernard named "Cujo" contracts rabies and conducts a reign of terror on a small American town.

 

 

 

Regisseur Lewis Teague war immer ein sehr versierter B-Movie Veteran, auf seine Rechnung gehen unter anderem Alligator (1980), immer hin besetzt mit Robert Forster, Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) mit Michael Douglas und Kathleen Turner, Wedlock (1991) mit Rutger Hauer und vor allem einer meiner liebsten B-Movie Actioner, Nayy Seals (1990) mit Charlie Sheen und Michael Biehn. Spielbergs Der weiße Hai hatte den Tierhorror zu völlig neuen Höhen verholfen, aber bereits in den 80er Jahren lag dieses Genre fast schon wieder im Sterben. Cujo jedoch war da 1983 noch ein Lichtblick und Lewis Teague bietet hier 90 Minuten lang konsequent spannenden Terror in einer sehr minimalistischen Inszenierung, was dem Film enorm entgegen kommt. Große Teile der Handlung spielen sich nur in einem Auto ab, das vom blutdürstigen Bernhardiner Cujo belagert wird. Dee Wallace und Danny Pintauro als Mutter und Sohn spielen diesen Part eindringlich und glaubwürdig, ihre Angst und Verzweiflung sind deutlich zu spüren, und in Kombination mit der fantastischen Leistung der Tiertrainer einen so furchterregenden Cujo auf das Publikum loszulassen, entsteht ein durchgängig spannender und minimalistischer Tierschocker.

 

 

 

7.

The Dark Half (1993)
The Dark Half poster Rating: 5.9/10 (10962 votes)
Director: George A. Romero
Writer: Stephen King (novel), George A. Romero (screenplay)
Stars: Timothy Hutton, Amy Madigan, Michael Rooker, Julie Harris
Runtime: 122 min
Rated: R
Genre: Horror, Mystery
Released: 23 Apr 1993
Plot: A writer's fictional alter-ego wants to take over his life...at any price.

 

 

 

The Dark Half ist eine der eher unbekannten Stephen King-Verfilmungen, aber bei weitem keine der schlechteren, ganz im Gegenteil. Die Geschichte um eine zum Leben erwachte Romanfigur, die sich durch die Vergangenheit ihres Schöpfers mordet, ist auf ausgesprochen bizarre Art und Weise sehr faszinierend. Zudem ist The Dark Half eine jener King-Geschichten, die viele autobiografische Momente aufweisen, immer wieder auf ihren Autor verweisen und eher persönlicher Natur sind. George A. Romero inszeniert die Geschichte ruhig und unaufgeregt, dreht die Spannungsschraube aber konsequent immer weiter an, bis ein rätselhafter Gehirntumor, ein ungeborener Zwilling und apokalyptische Vogelschwärme in einem hochspannenden, surrealen und tödlichen Finale zu einem großen Ganzen verschmelzen.

 

 

 

6.

Misery (1990)
Misery poster Rating: 7.8/10 (120850 votes)
Director: Rob Reiner
Writer: Stephen King (novel), William Goldman (screenplay)
Stars: James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Frances Sternhagen
Runtime: 107 min
Rated: R
Genre: Thriller
Released: 30 Nov 1990
Plot: Paul Sheldon, a successful novelist, is rescued after a snow storm by his "Number One Fan" and must rewrite his latest novel to her liking in order to stay alive.

 

 

 

Rob Reiners Film über den verunglückten Autor Paul Sheldon, der von seinem größten Fan, der Krankenschwester Annie Wilkes, vor dem Tod bewahrt und zur Genesung in ihrem Haus untergebracht wird, ist beinahe schon ein Kammerspiel, getragen nur von den fantastischen schauspielerischen Leistungen von James Caan und Kathy Bates, die völlig zurecht für Misery den Oscar erhielt. Die Geschichte ist subtil und spannend, geradezu leise und schleichend erzählt, und als Paul nach und nach klar wird, dass Annie wahnsinnig ist, hält auch Grausamkeit Einzug in die Szenerie. Unvergesslich der Moment, wenn sie ihm nach einem gescheiterten Fluchtversuch mit einem großen Hammer die Füße bricht. Ist erst einmal klar, dass Annie Paul nicht so ohne weiteres wird gehen lassen, entbrennt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das den Zuschauer wirklich mitfiebern lässt. Ein so simpler wie effektiver Thriller mit einer hervorragenden Spannungskurve und zwei großartigen Schauspielern.

 

 

 

5.

The Green Mile (1999)
The Green Mile poster Rating: 8.5/10 (659969 votes)
Director: Frank Darabont
Writer: Stephen King (novel), Frank Darabont (screenplay)
Stars: Tom Hanks, David Morse, Michael Clarke Duncan, Bonnie Hunt
Runtime: 189 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama, Fantasy
Released: 10 Dec 1999
Plot: The lives of guards on Death Row are affected by one of their charges: a black man accused of child murder and rape, yet who has a mysterious gift.

 

 

 

Erneut ist es Frank Darabont, der bei diesen wirklich großartigen Film Regie geführt hat. Die Geschichte über die grüne Meile, ihre Insassen und deren Wärter im Louisiana der 30er Jahre ist eine zutiefst tragische und zugleich wunderschöne über Freundschaft, Vertrauen und auch über den Glauben. Den Glauben an Dinge, die vielleicht größer sind als der menschliche Verstand es erfassen kann. Was Tom Hanks, Michael Clarke Duncan und auch David Morse hier schauspielerisch abliefern ist auf allerhöchstem Niveau, eindringlich und intensiv, zurückhaltend und dennoch aufwühlend. Selbst über die gesamte Laufzeit von drei Stunden wirkt der Film zu keiner Sekunde langweilig, er ist emotional erschütternd, aber nie überladen oder gar pathetisch. Ein ganz und gar wunderbarer Film, den man wirklich mal gesehen haben sollte.

 

 

 

4.

Needful Things (1993)
Needful Things poster Rating: 6.2/10 (14982 votes)
Director: Fraser Clarke Heston
Writer: Stephen King (book), W.D. Richter (screenplay)
Stars: Max von Sydow, Ed Harris, Bonnie Bedelia, Amanda Plummer
Runtime: 120 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama, Fantasy
Released: 27 Aug 1993
Plot: A mysterious new shop opens in a small town which always seems to stock the deepest desires of each shopper, with a price far heavier than expected.

 

 

 

Leland Gaunt verkörpert wahrlich das Böse. Als der Antiquitätenhändler in die Kleinstadt Castle Rock zieht, halten auch Grauen und Verderben dort Einzug. Gaunt nimmt kein Geld für seine Waren, es sind kleine Gefälligkeiten, die er einfordert. Er weiß, was seine Kunden wollen, was sie sich wirklich wünschen, und nach und nach bestimmen Hass und Mordlust die Straßen der Stadt. Das eigentlich grausame an der Geschichte ist nicht, was sich die Menschen schließlich untereinander antun, sondern wie einfach es für Gaunt ist, seine manipulative Saat auszulegen. Max von Sydow ist großartig in der Rolle des Leland Gaunt, so charmant wie durchtrieben, besessen nur von dem Ziel, Chaos, Angst und Misstrauen zu schüren. Ihm gegenüber steht Ed Harris als Sheriff Pangborn, der scheinbar einzige in Castle Rock, der Gaunt mit seiner einnehmenden Art noch nicht erlegen ist. Ein verzweifelter Kampf um das Seelenheil der Stadt und ihrer Bewohner entbrennt. Needful Things ist ein spannender und zuweilen etwas befremdlicher Thriller, der uns vor Augen führt, wie einfach es sein kann, Hass und Zwietracht unter den Menschen zu verbreiten.

 

 

 

3.

The Shining (1980)
The Shining poster Rating: 8.5/10 (525161 votes)
Director: Stanley Kubrick
Writer: Stephen King (novel), Stanley Kubrick (screenplay), Diane Johnson (screenplay)
Stars: Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Scatman Crothers
Runtime: 146 min
Rated: R
Genre: Horror
Released: 23 May 1980
Plot: A family heads to an isolated hotel for the winter where an evil and spiritual presence influences the father into violence, while his psychic son sees horrific forebodings from the past and of the future.

 

 

 

Shining. Ein Lehrstück des subtilen Horrorfilms, ein wahrer Meilenstein des Wahnsinns, oft kopiert, nie erreicht. Wie Stanley Kubrick hier nach und nach das Grauen in die Welt des Overlook Hotels einsickern lässt ist kaum zu beschreiben, man muss es sehen, man muss es erleben. Kubrick greift auf so viele kleine Tricks und Kniffe zurück, um dem Zuschauer Unbehagen zu bereiten, dass man sie kaum alle aufzählen könnte. Allein die bloße Architektur des Hotels ist oft Ausgangspunkt von Verwirrung und dem beklemmenden Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Jack Nicholson als Jack Torrance ist einfach unbeschreiblich, der personifizierte Wahnsinn, eindringlich und beängstigend überzeugend gespielt, eine geradezu ikonische Performance, die inzwischen fester Bestandteil der Popkultur geworden ist. Ironischerweise mochte Stephen King die Verfilmung von Kubrick nicht, obwohl diese zweifellos einer der großartigsten Horrorfilme der Filmgeschichte ist. Umgekehrt bewunderte Kubrick King zwar für seinen Erfolg, verachtete ihn jedoch als trivialen Schreiberling.

 

 

 

2.

Stand by Me (1986)
Stand by Me poster Rating: 8.1/10 (222,025 votes)
Director: Rob Reiner
Writer: Stephen King (novel), Raynold Gideon (screenplay), Bruce A. Evans (screenplay)
Stars: Wil Wheaton, River Phoenix, Corey Feldman, Jerry O'Connell
Runtime: 89 min
Rated: R
Genre: Adventure, Drama
Released: 22 Aug 1986
Plot: After the death of a friend, a writer recounts a boyhood journey to find the body of a missing boy.

 

 

 

Ich liebe diesen Film. Diese wunderschöne Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden, dieses kindliche Gefühl von Abenteuer. Es ist ein nostalgischer Film, eine Reise in die Vergangenheit, die Erinnerungen auslöst an eine Zeit, als das Leben unbeschwerter war. Erneut führt hier wie schon bei Misery Rob Reiner Regie und er inszeniert einen durch und durch warmherzigen Film, spannend, humorvoll und nachdenklich zugleich. Das Erzähltempo ist angenehm entschleunigt und ein erfrischender Gegensatz zu modernen Sehgewohnheiten. Ein wunderbares Coming of Age Drama, leicht und gefühlvoll erzählt. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mit diesen vier Jungs ihr Abenteuer durchlebt habe, aber ich weiß, dass ich es immer und immer wieder tun werde.

 

 

 

1.

The Shawshank Redemption (1994)
The Shawshank Redemption poster Rating: 9.3/10 (1482665 votes)
Director: Frank Darabont
Writer: Stephen King (short story "Rita Hayworth and Shawshank Redemption"), Frank Darabont (screenplay)
Stars: Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler
Runtime: 142 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama
Released: 14 Oct 1994
Plot: Two imprisoned men bond over a number of years, finding solace and eventual redemption through acts of common decency.

 

 

 

Die Verurteilten von Frank Darabont gilt als einer der besten Filme aller Zeiten und dieser Ansicht kann ich nur beipflichten. Schlicht und ergreifend ganz, ganz großes Kino, ein wahrlich magischer Film. Die Geschichte über zwei Männer, die sich im Gefängnis kennenlernen und anfreunden, erstreckt sich über 20 Jahre und einen Großteil ihrer fesselnden Wirkung bezieht sie über all die vielen Ereignisse und Entwicklungen im Laufe der Jahre und einen Handlungsbogen, der spannender kaum sein könnte, ohne das viel passiert. Die Charaktere, der Ort, die Zeit, die Geschichte, selbst die Dialoge, sie alle wirken absolut authentisch, und zwischen Morgan Freeman und Tim Robbins herrscht eine Chemie, die wahnsinnig glaubwürdig und in jeder einzelnen Szene spürbar ist. Hoffnung ist das zentrale Thema des Films, doch Die Verurteilten gelingt darüber hinaus etwas, das ähnlichen Filmen meist abgeht: er verliert sich nie in Beliebigkeit oder gar Kitsch und er bleibt immer ganz nah bei seinen beiden Protagonisten. Darabont inszeniert seinen Film vielschichtig, gehaltvoll und in ruhigen, stimmungsvollen Bildern. Ein Musterbeispiel für intelligentes, gefühlvolles und unterhaltsames Erzählkino und völlig zu Recht einer der besten Filme aller Zeiten.

 

 

 

Zitat des Tages

30. Juli 2015 at 22:31

 

 

 

„They say we only use a fraction of our brain’s true potential. Now that’s when we’re awake. When we’re asleep, we can do almost anything.“

 

 

 

 

Kingsman: The Secret Service

27. Juli 2015 at 19:59

 

 

 

Kingsman: The Secret Service (2014)
Kingsman: The Secret Service poster Rating: 7.9/10 (215068 votes)
Director: Matthew Vaughn
Writer: Jane Goldman (screenplay), Matthew Vaughn (screenplay), Mark Millar (comic book "The Secret Service"), Dave Gibbons (comic book "The Secret Service")
Stars: Adrian Quinton, Colin Firth, Mark Strong, Jonno Davies
Runtime: 129 min
Rated: R
Genre: Action, Adventure, Comedy
Released: 13 Feb 2015
Plot: A spy organization recruits an unrefined, but promising street kid into the agency's ultra-competitive training program, just as a global threat emerges from a twisted tech genius.

 

 

 

Manners maketh man. Do you know what that means? Then let me teach you a lesson.”

 

 

 

Die Kingsmen sind eine geheime Spionage-Organisation, die von London aus weltweit operiert, um den Weltfrieden sicher zu stellen. Sie agieren vollkommen ungebunden durch Grenzen, Regierungen oder ähnliche Restriktionen und unbemerkt von der Öffentlichkeit. Moderne Ritter der Tafelrunde und formvollendete Gentlemen, deren Decknamen wie Lancelot, Galahad, Arthur oder Merlin dann auch eben dieser Artus-Sage entspringen. Als einer aus ihren Reihen bei einem Einsatz ums Leben kommt, soll ein Nachfolger auserkoren werden, und Harry „Galahad“ Hart sieht großes Potential in dem Straßenjungen Gary „Eggsy“ Unwin. Dieser muss sich jedoch zunächst einem knallharten Auswahlprogramm stellen und die Konkurrenz ist nicht ohne. Gleichzeitig taucht der exzentrische und größenwahnsinnige Milliardär Richmond Valentine plötzlich auf der Bildfläche auf und scheint seinen ganz eigenen Plan zu verfolgen, um das Problem der Überbevölkerung endgültig zu lösen….

 

Mit Kingsman: The Secret Service hat Regisseur Matthew Vaughn nach Kick-Ass nun schon zum zweiten Mal einen Comic von Mark Millar adaptiert. Zwischendurch verhalf er der X-Men-Reihe mit seinem überaus gelungenem Reboot First Class zu neuem und frischem Glanz, der Mann kennt sich also aus in der Welt der Comics und man spürt bei allen seinen Filmen deutlich, dass er auch wirklich liebt, was er da tut. Schon sein Debüt Layer Cake gab 2004 dem Genre des britischen Gangsterfilms neue Impulse und verhalf keinem geringeren als Daniel Craig endgültig zum Durchbruch und damit auch zu seiner Rolle als James Bond. Insofern ist es irgendwie auch ein wenig ironisch, dass sich sein neuester Film dann als waschechte Parodie und Hommage in einem auf all die alten Agentenfilme entpuppt. Der Kreis schließt sich, wenn man so will. Und ganz ehrlich, so viel kann ich euch schon mal verraten: Kingsman hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Irgendwie ging der Film völlig zu Unrecht ein bisschen unter, was schade ist, gehört er doch bisher zu meinen Highlights des Jahres, und wem Kick-Ass noch zu zahm war, der kommt hier definitiv auf seine Kosten. Auf rotzfreche und gleichzeitig dennoch ungemein charmante Art und Weise vermischt Kingsman die Gewalt und die Anarchie aus Kick-Ass mit dem Witz und der Eleganz der alten James Bond-Filme, verpasst dem ganzen einen gehörigen Schuss The Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone…. nicht das Marvel Kasperletheater… 😉 ) und einem winzigen Hauch Men In Black, wenn es um Eggsy´s Ausbildung geht. Klingt abgedreht, ist es auch, aber dazu erstaunlich homogen und es funktioniert ganz hervorragend. Vaughn gelingt hier eine nahezu perfekte Mischung aus Parodie und Hommage an eine Zeit, als Agentenfilme noch lustig und haarsträubend weit hergeholt sein durften und nicht todernst und bedeutungsschwanger sein mussten, sein Film ist hemmungslos überdreht, aber nie respektlos seinen Vorlagen gegenüber, er ist voller absurder und bizarrer Einfälle, aber gleichzeitig auch herrlich selbstironisch und kommt mit einem fetten Augenzwinkern daher.

 

 

 

„Do you like spy movies, Mr. DeVere?”

 

„Nowadays, they’re all a little serious for my taste. But the old ones… marvelous. Give me a far-fetched theatrical plot any day.”

 

 

 

Zudem spielt Kingsman auf ausgesprochen gekonnte Art und Weise mit einer Metaebene, die man so in einem solchen Film kaum vermuten würde, der Plot ist voller Anspielungen, Referenzen und Zitate auf Vorbilder, mal etwas offensichtlicher, mal etwas weniger, und verbindet das ganze mit Verweisen auf die heutige Zeit (Stichwort: Happy Meal). Matthew Vaugh scheut sich auch absolut nicht, einen ebenso grandios inszenierten wie völlig übertriebenen, beinahe fünfminütigen Gewaltexzess in seinen Film zu integrieren, ja, diesen sogar hemmungslos auszukosten und zu zelebrieren, unterlegt mit dem Song Freebird der Band Lynyrd Skynyrd. Angesichts des Kontexts Ironie pur. Ständig wird über Filme gesprochen oder es werden welche zitiert, meist sogar ganz explizit, völlig anders als bei Tarantino zum Beispiel, der eher seine Bilder sprechen lässt und so seinen Vorbildern huldigt, aber Kingsman schafft es, dass das zu keiner Sekunde lächerlich oder aufgesetzt wirkt. Übertrieben, ja, aber immer auch liebevoll charmant. Selbst klassische Lyrik kommt zum Einsatz, Harry Hart zitiert nur zu gern Ernest Hemingway oder William Horman, der Film flankiert das dann aber auch immer wieder mit Filmzitaten oder Zeilen aus Rapsongs. Ebenso spannend ist auch anfangs der (im englischen Originalton noch stärker hervortretende, aber auch nicht immer wirklich zu verstehende) Spagat zwischen Hart´s geschliffenem britischen Akzent und Eggsy´s Gossenslang. So ist auch die Besetzung des Harry Hart mit keinem geringeren als Colin Firth absolut gelungen, so passend wie gleichzeitig völlig gegen den Strich gecastet, den perfekten englischen Gentleman verkörpert er mühelos und sprühend vor Charme, aber so hat man ihn dennoch garantiert noch nie erlebt. Dazu gesellen sich mit Michael Caine und Mark Strong noch zwei weitere Hochkaräter des englischen Films, wenn auch ihre Rollen doch bedeutend kleiner ausfallen. Der noch völlig unbekannte Taron Egerton gibt als Gary „Eggsy“ Unwin zwischen Gosse und Abendgarderobe wandelnd ebenfalls eine gute Leistung ab, die noch etwas besser angesichts der Tatsache ausfällt, dass Kingsman erst sein zweiter Film überhaupt ist. Das heimliche Highlight ist dann aber die Performance von Samuel L. Jackson als größenwahnsinniger Bösewicht in allerbester Bondmanier. Sein Richmond Valentine ist ein regelrechter Superschurke, eine absurde Mischung aus Ernst Stavro Blofeld, Mark Zuckerberg, Steve Jobs, Kanye West und einem zickigen Kind, garniert mit einem grandiosen Sprachfehler, den man tatsächlich nie über hat. Dass er kein Blut sehen kann, ohne sich zu übergeben, aber Berge von Leichen hinterlässt, oder Cheeseburger mit edlem Wein kombiniert, das sind nur einige seiner eigenwilligen Marotten. Beinahe alle Szenen mit seiner Anwesenheit führen unwillkürlich zu Schmunzlern und Lacher und Samuel L. Jackson war schon lange nicht mehr so unterhaltsam ohne zu nerven.

 

Kingsman: The Secret Service ist durch und durch eine absolute Überraschung, der Film ist rotzfrech, durchgängig unterhaltsam und gelegentlich wirklich witzig, gerade auch weil er manchmal hemmungslos überdreht daherkommt. Eine wirklich gelungene Hommage an die alten Agentenfilme, stellenweise eine regelrechte Parodie, die ihre Vorbilder aber nie der Lächerlichkeit preisgibt. Ein hohes Tempo, schlagkräftige Dialoge und die eine oder andere absurd brutale Szene ergeben hier einen Film, der wirklich wahnsinnig viel Spaß macht und leider bisher ein wenig untergegangen ist. Für mich auf jeden Fall zusammen mit Mad Max: Fury Road, John Wick und Inherent Vice ein klares Highlight bisher in diesem Kinojahr.

 

8 von 10 kugelsicheren Regenschirmen