Firefly – Eine Liebeserklärung

15. Juni 2017 at 12:44

 

 

© Fox Televison

 

 

 

„Take my love, take my land / Take me where I cannot stand / I don’t care, I’m still free / You can’t take the sky from me / Take me out to the black / Tell ‚em I ain’t comin‘ back / Burn the land and boil the sea / You can’t take the sky from me / There’s no place I can be / Since I found serenity / But you can’t take the sky from me.“

 

 

 

Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon die vierzehn Episoden der Serie Firefly gesehen habe. Ein Dutzend Mal? Eher öfter. Vermutlich sogar deutlich öfter. Dabei stieß ich 2005 mehr über Umwege auf dieses funkelnde Juwel am Serienhimmel, als ich damals ohne großes Vorwissen den zugehörigen Film Serenity im Kino sah. Es war sofort um mich geschehen und ich hatte mich in dieser Welt verloren. Als ich danach erfuhr, dass Serenity eigentlich nur als Abschluss für die nach nur einer Staffel eingestellten Serie Firefly gedacht war, da war mir sofort klar, dass ich noch viel tiefer in dieses Universum eintauchen wollte. Ich liebe diese Mischung aus Science Fiction, Jahrhunderte fortgeschrittener Technik und Zivilisation und den archaischen, westerntypischen Elementen und Riten einer eigentlich längst vergessenen Welt. Vieles speist sich aus dem faszinierenden Gedanken, dass die Zukunft keineswegs auch Fortschritt bedeuten muss. Zumindest nicht für jeden, nicht für die Vergessenen. Sicher ist diese Form der Genre-Kombination nichts neues oder gar revolutionäres, aber die unfassbare Detailverliebtheit, die Joss Whedon, seines Zeichens der kreative Kopf hinter Firefly, für sein Herzensprojekt an den Tag legt, die findet so schnell sicher nicht ihres gleichen. Ein solch detailliertes, ausfüllendes und allumfassendes Worldbuilding voller überquellendem Ideenreichtum ist mir bisher nur sehr, sehr selten untergekommen. Whedon entwirft scheinbar mit Leichtigkeit in seinem 26. Jahrhundert eine lebendige Welt voller Kneipenschlägereien, Shootouts, Saloons, Bordellen, Warlords, Ganoven jeglicher Couleur, Duellen, Viehdieben, Pferde, Trinkgelage und Überfällen auf Züge gleichermaßen wie Raumschiffe, hochmoderne Städte, Raumanzüge, kannibalischen Weltraumnomaden, weitentfernten Planeten und Terraforming. Allein die Sprache weiß zu faszinieren, ein stimmiges wie zunächst fremdartiges Gebräu aus Englisch und Chinesisch, den beiden Amtssprachen dieses Universums, welches im alltäglichen Gebrauch gerne auch ein buntes Kauderwelsch ergibt, in das man sich als Zuschauer erst ein wenig einhören muss. Aber die Lebhaftigkeit dieser Welt wird dadurch nur um so mehr unterstrichen und greifbarer.

 

Der Mensch hat das All besiedelt und sich neue Lebensräume geschaffen, die alte Erde existiert längst nur noch in Erinnerungen, die wenigsten kennen sie wirklich. Aber diese Expansion hat ihren Preis und neue Planeten wollen unter großen Mühen an die menschlichen Bedürfnisse angepasst werden. Analog zur Besiedelung des Wilden Westens braucht es hierzu vor allem Mut, Muskelkraft und Menschen, beseelt vom Pioniergeist. Es herrschen raue Sitten und es gilt das Recht des Stärkeren. Es gibt zwar eine starke Staatsmacht – die Allianz der Vereinigten Planeten – aber die weiter entfernten Planeten, die Außenbereiche ihres Einflussgebietes, stehen nur bedingt unter ihrer Kontrolle und oft sind es Warlords oder größere Verbrecherkonglomerate, die stattdessen ganze Landstriche oder gar Monde beherrschen. Und in genau diesen Randzonen des besiedelten Universums versucht sich die Besatzung der Serenity – ein kleines, veraltetes Transportschiff der Firefly-Klasse – mit kleineren Diebstählen und Überfällen über Wasser zu halten und gleichzeitig möglichst unter dem Radar der Allianz zu bleiben. Captain Malcolm Reynolds nimmt so manch heiklen Auftrag an, um seine Crew durchzubringen. Ein bisschen Schmuggelware hier, ein Zugüberfall da, manchmal auch etwas Hehlerei oder ein Diebstahl, hin und wieder sogar der völlig legale Transport von Passagieren oder Vieh, kaum etwas lässt Mal unversucht. Zynisch mutet er an, etwas distanziert, altmodisch, mit seinem ganz eigenen Moralkodex ausgestattet und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, aber am Ende des Tages liegt ihm seine Crew sehr am Herzen. Egal, ob seine rechte Hand Zoë Washburne, die bereits Jahre zuvor im Vereinigungskrieg auf der Seite der Browncoats Schulter an Schulter mit ihm im Gefecht stand, ob Hoban „Wash“ Washburne, seines Zeichens der Pilot der Serenity und Ehemann von Zoë, ob Kaywinnit Lee „Kaylee“ Frye, die Mechanikerin des Schiffes oder Jayne Cobb, der Mann fürs Grobe, ein Knochenbrecher, etwas stumpf, aber loyal, auch wenn es vielleicht nicht immer ganz den Anschein erweckt, für jeden von ihnen würde Mal durchs Feuer gehen und umgekehrt. Dazu gesellen sich recht früh in der mehr oder weniger Folgen übergreifenden Staffel die dauerhaften Passagiere Shepherd Derrial Book, ein christlicher Geistlicher auf Missionsreise, Dr. Simon Tam und dessen Schwester River sowie die Companion – eine gesellschaftlich voll akzeptierte und sozial sehr angesehene Art von Luxushure – Inara Serra, die zudem mehr mit Mal zu verbinden scheint, als zunächst angenommen. Letztlich sind es Simon und seine Schwester, die den Anstoß zur Rahmenhandlung geben, hat er doch River über Umwege aus den Fängen der Allianz befreit, die in einer geheimen Einrichtung mysteriöse Experimente mit ihr anstellte, und findet schließlich Zuflucht auf der Serenity, wo er fortan auch als Bordarzt vermehrt zum Einsatz kommt.

 

 

© Fox Televison

 

 

Firefly erschien zu einem Zeitpunkt auf der Bildfläche, als das Science Fiction-Genre im Serienformat und auch abseits davon ein wenig müde geworden war und zu sehr im eigenen Saft schmorte und verpasste dem angestaubten Genre einen gewaltigen Tritt in den Hintern, wirft Whedon doch kurzer Hand einfach den pseudo-mythischen bis staatstragenden Ballast der Konkurrenz zu Gunsten von Charme, Witz und reichlich Hemdsärmeligkeit ohne zu zögern über Bord und erschafft eine faszinierende Welt voller interessanter und spannender Charaktere. Und diese sind dann neben dem Setting für mich auch der entscheidende Schlüssel zu meinem Herzen: Alle tragenden Figuren, also überwiegend die Crew der Serenity, sind zwar ein zusammengewürfelter Haufen, aber sie sind wahnsinnig liebenswert geschrieben und herrlich authentisch gespielt. So unterschiedlich sie sind, so gleichberechtigt existieren sie nebeneinander, so einzigartig ist jeder für sich von ihnen. Einen Lieblingscharakter auswählen könnte ich nicht, höchstens nach Stimmungslage. Und Joss Whedon nimmt sie wichtig und gibt ihnen Raum sich zu entwickeln. Jeder hat seine Geschichte, sein Päckchen zu tragen, hat seine ganz eigenen Wünsche, Träume und Sehnsüchte, die sich die Serie auch keineswegs scheut zu thematisieren. Und schließlich wachsen sie einem ans Herz, was auch der Grund dafür ist, warum man so sehr während all ihrer Abenteuer mit ihnen mitfiebert. Das alles in Kombination mit ganz hervorragend geschriebenen Dialogen, welche die Bandbreite von subtiler Ironie, situationsbedingtem Wortwitz, dem nötigen Ernst und ausreichend Dramatik mühelos beherrschen, ergibt so unfassbar viel Potential für zukünftige Abenteuer, was die frühe und plötzliche Absetzung nur noch unverständlicher erscheinen lässt als sie ohnehin schon ist.

 

Über die Gründe für die frühzeitige Absetzung gibt es viele Theorien, die Wahrheit aber werden wir ohnehin nie erfahren. Tatsache ist, dass Fox Firefly von Anfang an sehr wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelte. Die Folgen wurden nicht chronologisch ausgestrahlt, Sendezeiten immer wieder verschoben, es gab kaum bis keine Werbung und für Sportevents ließ man es gern gleich ganz ausfallen. Wenn dann zwangsläufig die Quoten entsprechend schlecht ausfallen, dann wird argumentiert: es gefällt den Zuschauern nicht, also weg damit. Und so wurde Firefly letztlich nie vollständig ausgestrahlt, an eine Fortsetzung war ohnehin nicht zu denken und es verschwand still und leise in der Versenkung. Nur in Vergessenheit geriet die Serie nicht, denn dafür war ihre Fanbase schon zu groß und Mundpropaganda sowie die Heimkinoauswertung besorgten das übrige. Immerhin gab es noch einen würdigen Abschluss in Form des Kinofilmes Serentiy. Es kursiert zwar immer mal wieder das Gerücht, dass sich jemand, möglicherweise Netflix, die Rechte sichern, sich der Serie erneut annehmen und sie zurück auf den Bildschirm bringen würde, aber wenn ich darüber nachdenke, dann bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich das überhaupt noch wollen würde. Jetzt, nach all den Jahren, wo ich die Absetzung verarbeitet habe, da ist die Angst zu groß, der Mythos könnte beschädigt werden. Und auch so lebt er weiter, der Geist der Serenity, in all den Conventions, in Fanprojekten, in Kurzfilmen, in Inside Jokes oder meinetwegen auch durch das Brettspiel. Joss Whedon hat mit Firefly einen ganz eigenen, sehr besonderen Kosmos erschaffen, anders als alles andere, einen Ort, voller wundervoller und liebenswerte Figuren, an den ich immer wieder gern zurückkehre und das auch weiterhin immer wieder tun werde. Und eines ist vollkommen klar: Nathan Fillion ist die coolste Sau unter der Sonne!

 

10 von 10 … ach egal, ich liebe diese Serie einfach

 

 

Meine zehn liebsten Serien

27. August 2016 at 12:30

 

 

 

Passend zu dem sommerlichen Wetter gibt es heute nur eine kleine Liste für zwischendurch, leicht und bekömmlich. Zu mehr ist mein Kopf im Moment ohnehin nicht in der Lage, von daher legen wir doch einfach gleich los mit meinen zehn liebsten Serien.

 

Achja, wer mich kennt, dem sollte es nicht allzu schwer fallen, meine Nummer 1 zu erraten 😀

 

 

 

 

10.

Farscape (1999–2003)
Farscape poster Rating: 8.3/10 (26,793 votes)
Director: N/A
Writer: Rockne S. O'Bannon
Stars: Ben Browder, Claudia Black, Anthony Simcoe, Lani John Tupu
Runtime: 50 min
Rated: TV-14
Genre: Adventure, Drama, Sci-Fi
Released: 19 Mar 1999
Plot: Thrown into a distant part of the universe, an Earth astronaut finds himself part of a fugitive alien starship crew.

 

 

 

9.

Space: Above and Beyond (1995–1996)
Space: Above and Beyond poster Rating: 7.7/10 (6,275 votes)
Director: N/A
Writer: Glen Morgan, James Wong
Stars: Morgan Weisser, Kristen Cloke, Rodney Rowland, Joel de la Fuente
Runtime: 60 min
Rated: N/A
Genre: Drama, Sci-Fi
Released: 24 Sep 1995
Plot: The Earth is embroiled in a desperate war against alien invaders, and this series focuses on one squadron of Marine pilots involved in it.

 

 

 

8.

Picket Fences (1992–1996)
Picket Fences poster Rating: 7.8/10 (2,914 votes)
Director: N/A
Writer: David E. Kelley
Stars: Tom Skerritt, Kathy Baker, Costas Mandylor, Lauren Holly
Runtime: 120 min
Rated: N/A
Genre: Drama
Released: 18 Sep 1992
Plot: An aging sheriff tries to keep the peace in a small town plagued by bizarre and violent crimes.

 

 

 

7.

True Detective (2014–)
True Detective poster Rating: 9.1/10 (305,372 votes)
Director: N/A
Writer: Nic Pizzolatto
Stars: Matthew McConaughey, Colin Farrell, Woody Harrelson, Rachel McAdams
Runtime: 55 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama, Mystery
Released: 12 Jan 2014
Plot: An anthology series in which police investigations unearth the personal and professional secrets of those involved, both within and outside the law.

 

Das bezieht sich allerdings lediglich auf die erste Staffel 😉

 

 

 

6.

Firefly (2002–2003)
Firefly poster Rating: 9.1/10 (187,745 votes)
Director: N/A
Writer: Joss Whedon
Stars: Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudyk, Morena Baccarin
Runtime: 44 min
Rated: TV-14
Genre: Adventure, Drama, Sci-Fi
Released: 20 Sep 2002
Plot: Five hundred years in the future, a renegade crew aboard a small spacecraft tries to survive as they travel the unknown parts of the galaxy and evade warring factions as well as authority agents out to get them.

 

♥  Leider gab es nur eine einzige Staffel und einen zumindest versöhnlichen Kinofilm ♥

 

 

 

5.

The Shield (2002–2008)
The Shield poster Rating: 8.7/10 (55,230 votes)
Director: N/A
Writer: Shawn Ryan
Stars: Michael Chiklis, Catherine Dent, Walton Goggins, Michael Jace
Runtime: 47 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 12 Mar 2002
Plot: The story of an inner-city Los Angeles police precinct where some of the cops aren't above breaking the rules or working against their associates to both keep the streets safe and their ...

 

 

 

4.

Twin Peaks (1990–1991)
Twin Peaks poster Rating: 8.9/10 (109,848 votes)
Director: N/A
Writer: Mark Frost, David Lynch
Stars: Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Mädchen Amick, Dana Ashbrook
Runtime: 47 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama, Mystery
Released: 08 Apr 1990
Plot: An idiosyncratic FBI agent investigates the murder of a young woman in the even more idiosyncratic town of Twin Peaks.

 

 

 

3.

Six Feet Under (2001–2005)
Six Feet Under poster Rating: 8.8/10 (89,022 votes)
Director: N/A
Writer: Alan Ball
Stars: Peter Krause, Michael C. Hall, Frances Conroy, Lauren Ambrose
Runtime: 55 min
Rated: TV-MA
Genre: Drama
Released: 03 Jun 2001
Plot: A drama series that takes a darkly comical look at members of a dysfunctional California family that runs an independent funeral home.

 

 

 

2.

The Wire (2002–2008)
The Wire poster Rating: 9.4/10 (190,278 votes)
Director: N/A
Writer: David Simon
Stars: Dominic West, John Doman, Deirdre Lovejoy, Wendell Pierce
Runtime: 59 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 02 Jun 2002
Plot: Baltimore drug scene, seen through the eyes of drug dealers and law enforcement.

 

 

 

1.

The Sopranos (1999–2007)
The Sopranos poster Rating: 9.2/10 (190,061 votes)
Director: N/A
Writer: David Chase
Stars: James Gandolfini, Lorraine Bracco, Edie Falco, Michael Imperioli
Runtime: 55 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama
Released: 10 Jan 1999
Plot: New Jersey mob boss, Tony Soprano, deals with personal and professional issues in his home and business life.

 

 

 

 

Zehn aktuelle, aber eher unbekannte Serien, deren anschauen sich unbedingt lohnt

9. Dezember 2015 at 12:17

 

 

 

Wenden wir uns doch einmal kurz vom Film ab und dem Format Serie zu. Ich würde euch heute gern die eine oder andere Empfehlung aussprechen für spannende und fesselnde Serien jenseits der üblichen Verdächtigen wie Breaking Bad, Game of Thrones, The Walking Dead, House of Cards, True Detective und wie sie alle heißen. Gerade angesichts der nahenden Feiertage kann sich vielleicht der eine oder andere Tipp als wertvoll erweisen. Diese Liste soll auch keineswegs wertend sein, sondern euch lediglich auf die eine oder andere Serie aufmerksam machen, deren anschauen sich wirklich lohnt, auch wenn sich ihr Bekanntheitsgrad vielleicht in Grenzen hält. Daher entfallen an dieser Stelle die sonst üblichen Platzierungen von 10 – 1.

 

 

 

Mr. Robot (2015–)
Mr. Robot poster Rating: 8.9/10 (89,509 votes)
Director: N/A
Writer: Sam Esmail
Stars: Rami Malek, Carly Chaikin, Portia Doubleday, Martin Wallström
Runtime: 49 min
Rated: TV-14
Genre: Crime, Drama
Released: 27 May 2015
Plot: Follows a young computer programmer who suffers from social anxiety disorder and forms connections through hacking. He's recruited by a mysterious anarchist, who calls himself Mr. Robot.

 

 

 

Into the Badlands (2015–)
Into the Badlands poster Rating: 8.2/10 (3,788 votes)
Director: N/A
Writer: Alfred Gough, Miles Millar
Stars: Daniel Wu, Orla Brady, Sarah Bolger, Aramis Knight
Runtime: 42 min
Rated: N/A
Genre: Action, Adventure, Drama
Released: 15 Nov 2015
Plot: A mighty warrior and a young boy search for enlightenment in a ruthless territory controlled by feudal barons.

 

 

 

The Man in the High Castle (2015–)
The Man in the High Castle poster Rating: 8.3/10 (11,668 votes)
Director: N/A
Writer: Frank Spotnitz
Stars: Alexa Davalos, Rupert Evans, Luke Kleintank, DJ Qualls
Runtime: 60 min
Rated: M
Genre: Drama, Sci-Fi, Thriller
Released: 15 Jan 2015
Plot: A glimpse into an alternate history of North America. What life after WWII may have been like if the Nazis had won the war.

 

 

 

Bosch (2014–)
Bosch poster Rating: 8.3/10 (11,121 votes)
Director: N/A
Writer: Michael Connelly, Eric Overmyer
Stars: Titus Welliver, Jamie Hector, Amy Aquino, Lance Reddick
Runtime: 51 min
Rated: TV-MA
Genre: Drama, Mystery
Released: 06 Feb 2014
Plot: An LAPD homicide detective works to solve the murder of a 13-year-old boy while standing trial in federal court for the murder of a serial killer.

 

 

 

River (2015–)
River poster Rating: 7.8/10 (483 votes)
Director: N/A
Writer: N/A
Stars: Lesley Manville, Stellan Skarsgård, Nicola Walker, Adeel Akhtar
Runtime: 60 min
Rated: N/A
Genre: Crime, Drama
Released: 13 Oct 2015
Plot: John River, a brilliant police officer whose genius and fault-line is the fragility of his mind - a man haunted by the murder victims whose cases he must lay to rest.

 

 

 

Bloodline (2015–)
Bloodline poster Rating: 8.3/10 (15,581 votes)
Director: N/A
Writer: Glenn Kessler, Todd A. Kessler, Daniel Zelman
Stars: Kyle Chandler, Ben Mendelsohn, Linda Cardellini, Norbert Leo Butz
Runtime: 60 min
Rated: TV-MA
Genre: Drama, Thriller
Released: 20 Mar 2015
Plot: A family of adult siblings find that their past secrets and scars are revealed when their black sheep of a brother returns home.

 

 

 

Black Mirror (2011–)
Black Mirror poster Rating: 8.8/10 (43,626 votes)
Director: N/A
Writer: Charlie Brooker
Stars: Daniel Kaluuya, Toby Kebbell, Rory Kinnear, Hayley Atwell
Runtime: 60 min
Rated: N/A
Genre: Drama, Sci-Fi, Thriller
Released: 04 Dec 2011
Plot: A television anthology series that shows the dark side of life and technology.

 

 

 

Narcos (2015–)
Narcos poster Rating: 9.0/10 (57,030 votes)
Director: N/A
Writer: Carlo Bernard, Chris Brancato, Doug Miro, Paul Eckstein
Stars: Wagner Moura, Boyd Holbrook, Pedro Pascal, Joanna Christie
Runtime: 49 min
Rated: TV-MA
Genre: Biography, Crime, Drama
Released: 28 Aug 2015
Plot: A chronicled look at the criminal exploits of Colombian drug lord Pablo Escobar.

 

 

 

Daredevil (2015–)
Daredevil poster Rating: 8.9/10 (134,242 votes)
Director: N/A
Writer: Drew Goddard
Stars: Charlie Cox, Deborah Ann Woll, Elden Henson, Rosario Dawson
Runtime: 54 min
Rated: TV-MA
Genre: Action, Crime, Drama
Released: 10 Apr 2015
Plot: A blind lawyer, with his other senses superhumanly enhanced, fights crime as a costumed superhero.

 

 

 

Houdini (2014)
Houdini poster Rating: 7.4/10 (7,728 votes)
Director: N/A
Writer: N/A
Stars: Adrien Brody, Kristen Connolly, Evan Jones, Tim Pigott-Smith
Runtime: N/A
Rated: TV-14
Genre: Biography, Drama
Released: 01 Sep 2014
Plot: Follow the man behind the magic as he finds fame, engages in espionage, battles spiritualists and encounters the greatest names of the era, from U.S. presidents to Sir Arthur Conan Doyle and Grigori Rasputin.

 

 

 

 

 

 

 

Die digitale Revolution oder: Lösen moderne Serienformate das Kino ab?

25. November 2015 at 14:35

 

 

 

Probieren wir doch einmal etwas neues aus, es müssen ja nicht immer nur Rezensionen zu Filmen sein, kann man sich doch den verschiedensten Themen auf unterschiedlichste Weise nähern. Heute möchte ich mal ein Phänomen etwas näher betrachten, dass schon seit geraumer Zeit, erst schleichend, inzwischen doch eindeutig offensiv, alltägliche Lebensumstände zu ändern beginnt. Die digitale Revolution der Fernseh – und Serienwelt, angeführt von amerikanischen Kabelsendern wie HBO und Streamingdiensten wie Netflix, nur um mal zwei Giganten des Business zu nennen. Binge watching klingt schon längst nicht mehr nach bizarrer Sexpraktik oder neumodischer Essstörung und ist inzwischen in Millionen von Haushalten Alltag. Dank moderner Technologie sind wir befreit vom engen Korsett der hiesigen Fernsehlandschaft, wir können jetzt schauen was wir wollen, wann wir wollen, wie wir wollen, wo wir wollen. Keine Gängelung und Bevormundung mehr durch Fernsehsender, die ohnehin meist nur Inhalte produzieren, die niemand wirklich sehen möchte. Im Zeitalter von Netflix und Co. lassen sich Serien so viel einfacher in unseren schnelllebigen Alltag integrieren, hier mal eine Folge Breaking Bad, dort mal eine Folge Sons of Anarchy, vielleicht eine Folge The Walking Dead in der Mittagspause oder gleich ganze Staffeln am Stück, alles kein Problem mehr. Ich für meinen Teil sehe schon lange so gut wie kein normales Fernsehen mehr, wozu auch, es gibt unzählige Alternativen zu all dem Stumpfsinn, und ganz ehrlich? Man gewinnt an Lebensqualität. Nun aber zur eigentlichen Frage: ist diese digitale Revolution die Zukunft oder nur ein Strohfeuer? Etabliert ist sie ja inzwischen, aber wird sie wirklich endgültig alte Gewohnheiten ablösen, vielleicht sogar langfristig das Kino ablösen? Oder wird beides in friedlicher Koexistenz unsere Möglichkeiten erweitern? Vielleicht können beide ja sogar von einander profitieren?

 

Der Markt ist groß, scheint täglich größer zu werden und die Gunst des Zuschauers wird hart umkämpft. Da ist HBO, amerikanischer Kabelsender-Gigant und mit am längsten im Geschäft der hochwertig produzierten Fernsehserien, dessen Portfolio Schwergewichte wie The Sopranos, The Wire, Six Feet Under, Game of Thrones, Boardwalk Empire und True Detective aufzuweisen hat. Daneben tummeln sich weitere Sender wie Fx Network mit American Horror Story, Fargo, Sons of Anarchy oder Justified, AMC mit Mad Men, Breaking Bad, The Walking Dead und dessen Ableger Fear the Walking Dead oder Showtime mit Homeland, Ray Donovan, Dexter, Penny Dreadful oder Californication. Zum ärgsten Konkurrenten jedoch entwickelte sich in den letzten Jahren der Streamingdienst Netflix mit seinen zahlreichen und meist hochwertigen Produktionen wie dem Zugpferd House of Cards, Orange is the New Black, Sense8 oder Narcos. Neuerdings unterfüttert Netflix fleißig das MCU (Marvel Cinematic Universe) mit Ablegern wie zuletzt Daredevil, aktuell Jessica Jones und in Zukunft Luke Cage und Iron Fist, die dann alle vier im Crossover The Defenders kulminieren werden. Daredevil und Jessica Jones zeichnen sich durch einen düsteren, urbanen Realismus aus, der einen angenehmen Kontrast zur sonst vergleichsweise doch eher grellbunten Marvelwelt darstellt. Nicht umsonst wurde für die zweite Staffel Daredevil kürzlich der Punisher offiziell bestätigt, eine Figur aus dem Marveluniversum, die ambivalenter und düsterer kaum sein könnte. Dazu gesellen sich die oben bereits erwähnten Eigenproduktionen ergänzt um zu Serien umfunktionierte Filme wie Scream oder From Dusk Till Dawn (übrigens ein Phänomen, dem ich mich bei Gelegenheit auch noch widmen möchte, der Trend aus bestehenden Filmen Serien zu produzieren) und zahlreichen starken Lizenzen, die eingekauft wurden. Die größte Neuerung jedoch ist Beasts of No Nation, der erste von Netflix produzierte Spielfilm, mit dem jetzt nach dem Fernsehen auch das Kino ins Visier genommen werden soll. Der Konzernriese Amazon hat den Streamingtrend zwar ein wenig verschlafen, rüstet im Moment aber ganz stark auf, um nicht den Anschluss zu verlieren, und stürzt sich mit zahlreichen Eigenproduktionen wie Bosch, Transparent, Hand of God und The Man in the High Castle ins Getümmel. Entscheidend dort ist die gelungene Interaktion mit den Usern, denn Amazon erstellt aktuell immer eine handvoll Pilotfolgen für potentielle Serien, stellt diese zur Verfügung und lässt den Kunden dann abstimmen, welche davon schließlich produziert werden soll. Ein guter Zug in puncto Kundenbindung. Sogar die britische BBC hat Hochkaräter wie Sherlock, Luther oder Ripper Street im Programm, die Franzosen von Canal+ die düstere und harte Polizeiserie Braquo, nur wir in Deutschland machen in dem Bereich kaum Fortschritte. Auch ein schwerwiegender Grund dafür, warum die traditionelle Fernsehlanschaft hier zu Lande immer mehr an Boden verliert. Kein Wunder, wenn man immerzu am Publikum vorbei produziert.

 

Zur Zeit lässt sich eine gewisse, leicht kulturpessimistische These beobachten, die davon ausgeht, das Format der Serie im heutigen Gewand wäre das neue Kino. Dass das so nicht stimmt, das sehen wir noch im Verlauf dieses Textes. Zunächst einmal muss man feststellen, dass das Phänomen Serie so, wie wir es heute wahrnehmen, gar nicht so neu ist wie manch einer vielleicht denken könnte, denn bereits 1999 gab HBO mit der grandiosen Mafiaserie The Sopranos den Startschuss zu dem bis heute andauernden Wetteifern zwischen Fernseh – und Kabelsendern und neuerdings eben auch Streamingdiensten. Dem Gedanken, das Kino würde abgelöst werden, liegt die Annahme zu Grunde, dass der Kinofilm als Erzählform analog zur Kurzgeschichte funktioniert und das Format der Serie im Umkehrschluss analog zum epischen Roman. Tatsache ist, dass das Erfolgsrezept der Serie das literarische Erzählen ist, und bedingt durch die längere Laufzeit haben die Schreiber natürlich ganz andere dramaturgische Möglichkeiten und es lassen sich deutlich größere Handlungsbögen entwerfen als im Medium Film. Aber genau das ist auch der große Unterschied zwischen beiden Kunstformen: bedingt durch die Möglichkeiten und auch durch die unterschiedlichen Arbeitsweisen bei Serien haben die Autoren meist deutlich mehr Einfluss auf tragende Elemente wie Dramaturgie, Entwicklung der Charaktere, Schnitt und sogar Besetzung als die Regisseure, die so vielmehr einfache Erfüllungsgehilfen sind als im Film. Dadurch wird letztlich aber nur das dramaturgische Erzählen kultiviert und weiterentwickelt, wohingegen das Kino Erzählen mit Bildern ist. Das war es schon immer, seit seinem Beginn in den frühen 20er Jahren, das ist es heute und das wird es auch in Zukunft sein. Kino ist Abenteuer, Geschichten in großen Bildern und ein Gesamterlebnis, es gibt eine Sehnsucht danach in uns, die dafür Sorge tragen wird, dass dieses Medium nicht aussterben oder abgelöst werden wird.

 

Aber beide Welten, Kino und Serie, können voneinander lernen. Was passiert, wenn sich die erzählerischen Mechanismen der Serie mit den großen Bildern des Kinos verbinden, das konnte man zuletzt erleben als True Detective auf der Bildfläche erschien. Hier werden beide Welten perfekt miteinander verwoben und führen zu einem wahrlich grandiosen Erlebnis, zehn zusammenhängende Episoden, geschrieben von Nic Pizzolatto als einzigem Autor und gedreht von Cary Fukunaga als einzigem Regisseur. True Detective ist unter anderem auch genau deswegen so spannend, weil die Macher das Erzählen durch Bilder ebenso gekonnt nutzen wie die literarische Dramaturgie, beides existiert gleichberechtigt und geht Hand in Hand. Eine völlig neue Spielart des Fernsehens und möglicherweise ein Konzept mit großer Zukunft, das sicherlich Nachahmer finden wird und beide Welten miteinander versöhnen könnte. Am Ende aber lohnt alles Spekulieren nichts, wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber ich für meinen Teil bin mir ziemlich sicher, dass das Kino nicht abgelöst werden wird. Die Sehgewohnheiten haben sich durch den technischen Fortschritt gewandelt und werden das vermutlich auch weiterhin tun, aber beide Erzählformen werden parallel zueinander friedlich koexistieren, und wenn sie sich gar vermischen und voneinander lernen, dann kann Großartiges entstehen. Das schöne ist: wir Zuschauer profitieren in jedem Fall davon, denn egal, ob True Detective, Breaking Bad, The Walking Dead, True Blood, Vampire Diaries, Orange is the New Black, Downton Abbey, The Wire, Sherlock, Gossip Girl, American Horror Story, Homeland oder Game of Thrones, in der weiten und bunten Welt der Serien ist für beinahe jeden Geschmack etwas dabei und die Vielfalt kann nur größer werden. Konkurrenz belebt das Geschäft. Und ich schaue jetzt mal Sons of Anarchy weiter… 😉