Bright (2017)

31. Dezember 2017 at 19:52

 

 

© Netflix

 

 

 

Der menschliche Cop Daryl Ward schiebt zusammen mit dem Ork Nick Jacoby auf den Straßen von Los Angeles Streifendienst. Als sie eines Nachts bei einem scheinbaren Routineeinsatz auf eine mächtige magische Waffe stoßen, die ihre Welt für immer verändern könnte, finden sie sich schon bald gejagt von einigen Elfen, die nichts unversucht lassen um an eben jene Waffe zu gelangen. Den beiden ungleichen Polizisten steht eine lange und ereignisreiche Nacht bevor.

 

Gleich vorweg: ja, Bright ist in vielerlei Hinsicht wirklich nicht sonderlich gelungen und wahrlich kein guter Film, aber die nach den vielen wirklich schlechten Kritiken und Verrisse zu erwartende Katastrophe blieb in meinen Augen aus. Das also kommt dabei raus, wenn Netflix 90 Mio. Dollar in die Hand nimmt, dem Kino Konkurrenz machen möchte und Max Landis für das Drehbuch und David Ayer für die Regie verpflichtet: ein relativ generischer Misch Masch aus hartem Copthriller und Shadow Run-artiger Fantasy-Action mit einem Spritzer Spacecop L.A. Eine irgendwie recht unglücklich geratene Kombination zweier sehr unterschiedlicher Genre, welche der Film zu einem faden wie oberflächlichen Hybriden versucht zu verschmelzen und dabei überwiegend scheitert, wenn sich Bright weder auf der Ebene des Drehbuchs noch auf der Ebene der Regie für das Potential seiner Welt ernsthaft interessiert. Letztlich ist Bright bei näherer Betrachtung trotz einiger zumindest auf dem Papier durchaus interessanten Ideen kaum mehr als eine weitere Variation altbekannter Motive aus dem Schaffen von David Ayer: Training Day, SWAT, Harsh Times, Street Kings, End of Watch, Sabotage – inklusive einiger recht bedenklicher Ansichten seitens Ayer und nun verquirlt mit reichlich Fantasy-Elementen. Gesellschaftlich aktuell relevante Themen wie Rassismus, Segregation und korrupte Polizeigewalt werden zwar immer wieder aufgegriffen, verkommen allerdings nicht selten zum genauen Gegenteil dessen, was der Film reichlich plakativ versucht zu sagen, wenn Motive dermaßen plump dargestellt werden, dass sie doch wieder nur stigmatisieren.

 

Grundsätzlich birgt die Prämisse von Bright durchaus ein gewisses Potential und vielleicht würde sich die dort etablierte Fantasy-Welt voller Orks, Elfen, Feen, Drachen und Magie auch für eine Serie eignen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass mir der Film diese Welt auch etwas näher bringt anstatt mich ins kalte Wasser zu werfen. Stattdessen schert sich Bright herzlich wenig um das Wie und das Warum seiner Welt, wird sie doch als dermaßen selbstverständlich aufgebaut ohne auch nur ansatzweise Erklärungen anzubieten, so dass mir oft der Zugang verwehrt bleibt. Bright hat sie ja durchaus, die guten Ideen und Ansätze, und hätte etwas Neues erschaffen können, scheitert aber letztlich an seiner Inszenierung. Nicht das Konzept von Max Landis ist das Problem, sondern dessen Ausarbeitung und die Regie von David Ayer. Letztlich geht die gewagte Kombination aus hartem Crime-Thriller im Stile von End of Watch oder Street Kings und Herr der Ringe-artiger und an Shadow Run erinnernder Fantasy nur bedingt auf und krankt vor allem daran, dass sich der Film irgendwie nicht so richtig für seine Welt interessiert und das zweifellos vorhandene Potential allenfalls oberflächlich ausschöpft. Kurz bevor Bright im Dezember bei Netflix an den Start ging wurde bereits bekannt gegeben, dass man eine Fortsetzung bestellt hat und ein Franchise rund um den Film aufbauen will. Interessiert bin ich daran schon, denn ich mag die Idee dahinter sehr, auch wenn ich dem vielleicht nicht entgegenfiebern werde.

 

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