They say God doesn´t close one door without opening another. Please God, open that door. Mit nur wenigen schlagkräftigen Bildern gepresst in eine knackige Montage-Sequenz macht Regisseur Ilya Naishuller (Hardcore Henry, 2015) gleich zu Beginn deutlich, mit was für einem frustrierend unauffälligen und gewöhnlichen Durchschnittsleben wir es hier zu tun haben. Der von Bob Odenkirk verkörperte Hutch Mansell ist buchstäblich ein Nobody, selbst für die Müllabfuhr unsichtbar. Doch man spürt schnell, dass da etwas in ihm schlummert, wartet, lauert, etwas Unterdrücktes, etwas, das sich aufgestaut hat und ausbrechen will. Und es bricht aus. Nicht ohne …
Malignant (2021)
It´s time to cut out the cancer. Ich muss zugeben, dass ich nicht sonderlich vertraut bin mit dem Schaffen von James Wan, denn weder die Saw-Reihe noch The Conjuring oder Insidious und deren zahlreiche Epigonen haben mich je ernsthaft gereizt. Aber mir gefällt auf jeden Fall der Gedanke, den Erfolg für Aquaman zu nehmen und in seinen neuen Film zu investieren. Warner muss viel von Wan halten, wenn sie ihn mit einem solchen Budget ausstatten und ihm Malignant so einfach durchgehen lassen. Eine solche Narrenfreiheit muss man sich auch erst einmal erarbeiten. Denn was …
Possessor (2020)
Wie der Vater, so der Sohn? Nun, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Mit seinem nunmehr zweiten Langfilm nach Antiviral (2012) tritt Brandon Cronenberg zwar scheinbar in die Fußstapfen seines Vaters, stellt aber mindestens ebenso sehr seine ganz eigene filmische Handschrift unter Beweis. Allein schon auf der formalästhetischen Ebene ist Possessor ausnehmend gut gelungen. Die Bildsprache ist kühl, präzise, manchmal geradezu schneidend und voller motivischer Dopplungen. Die Kamera von Karim Hussain (Hobo with a Shotgun, Antiviral) arbeitet viel mit Farben und Licht und vermag immer wieder Bilder und Einstellungen zu finden, welche …
Prisoners of the Ghostland (2021)
Nicolas Cage selbst sagte über Prisoners of the Ghostland, dies wäre sein wildester Film. Nun ja, das trifft nicht so recht zu und der ganz große Wahnsinn bleibt aus, aber die erste englischsprachige Regiearbeit von Vielfilmer Sion Sono ist schon ein ziemlich bizarrer Ritt durch das Genrekino. Samuraifilm und Nō-Theater, Italowestern und Geistergeschichten, Postapokalypse-Kino und atomares Ödland, Geishas und Cowboys… und mittendrin Nicolas Cage als Hero mit Sprengsätzen an den Hoden. Die Nichte des berüchtigten wie gefürchteten Gouverneurs von Samurai Town wurde entführt, doch Hero soll sie unfreiwillig zurück bringen und so sein eigenes Leben …
